Girls’Day: Mario macht mit

Am Donnerstag, dem 28. März 2019, findet der alljährliche Girl’s Day statt.

Falls du schon immer einmal das spannende Leben eines Bundestagsabgeordneten miterleben wolltest, besteht nun die Chance.

Für einen Tag kannst du Mario Brandenburg, den technologiepolitischen Sprecher der Freien Demokraten, in seinem aufregenden Alltag im Wahlkreis begleiten.

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Interview: Die richtige Blockchain-Politik

Habt ihr schon einmal von Bitcoin gehört? Die Kryptowährung, welche seit mehreren Jahren heiß diskutiert wird. Einige Experten sehen solche Kryptowährungen als das Geld der Zukunft an. Was ist das Besondere an diesen Währungen?

Die Antwort ist einfach und genial zugleich: die Blockchain-Technologie. Die Potentiale dieser Technologie sind äußerst vielversprechend. Neben Vorteilen für Unternehmen kann auch die Gesellschaft von der Blockchain-Technologie profitieren. Mit dieser Technologie ist es möglich Daten auf Ihre Korrektheit zu prüfen ohne eine zentrale Behörde zu benötigen.

Beispielsweise probt das Unternehmen Brooklyn Microgrid derzeit ein System für dezentrale Stromgewinnung. Dank der automatischen Aufzeichnung des Stromverbrauchs in der Blockchain, können Stromproduzenten und –verbraucher schnell und einfach einsehen, wie viel Strom produziert bzw. verbraucht wurde und sind dabei unabhängig von Stromkonzernen.

Aus diesen Gründen interessiere ich mich als Informatiker und als technologiepolitischer Sprecher der FDP-Fraktion besonders für die zukunftsträchtige Blockchain-Technologie (Wir als FDP-Fraktion hatten bereits eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zu diesem Themengebiet gestellt).

Daher traf ich mich mit Sven Wagenknecht von BTC Echo zu einem Interview.

Video: Rahmenprogramm Gesundheitsforschung – Rede, 22.02.2019

Die Forschung an sogenannten Volkskrankheiten wie Diabetes II oder Herz-Kreislauferkrankungen ist äußerst wichtig, jedoch darf dies nicht zu Lasten der Forschung an den Märkten und Heilungsmethoden der Zukunft gehen.

Das Stichwort „Individualisierte Medizin“ weckt Hoffnungen. Sie verspricht Chancen auf Heilung für den Einzelnen, wirft aber die Finanzierungsfrage für das Kollektiv auf.

Deshalb ist es unabdingbar, mit dem neuen Rahmenprogramm nicht nur die Grundlagenforschung zu fördern, sondern eben auch beim Transfer in den Markt zu unterstützen.

Aktuell gelten Publikationen leider als die einzige wahre Währung in Deutschland für eine akademische Laufbahn. Es braucht mehr Anreize für Patente oder Ausgründungen, denn wenn eine gute Wissenschaftlerin gründet, bei Startups aushilft oder mit Biotech/Pharma-Unternehmen kooperiert, muss sich die zukünftig positiv auf die Reputation und somit die weiteren Stufen der Karriereleiter auswirken.

Denn letztendlich leisten Forscher damit einen Dienst zu Sicherstellung der hochwertigen medizinischen Versorgung unserer Gesellschaft.

Und die aktuellen technologischen Entwicklungen liefern der Gesundheitsforschung noch weitere Möglichkeiten. In den vergangenen 2000 Jahren war Medizin oft reaktiv. Sie kam erst zum Zuge, wenn bereits etwas kaputt war. Bei Automobil oder bei Maschine nutzen wir schon lange Sensoren, die Probleme frühzeitig melden. In Zukunft kann Medizin auch proaktiv handeln.

Die heimische Alexa erkennt Herzkrankheiten an der Veränderung der Stimme, Scanner-Apps warnen uns vor potentiellen Melanomen und Bewegungssensoren stellen fest, dass wir die heimische Treppe inzwischen in 15 Sekunden und nicht mehr in zehn Sekunden laufen und weisen uns auf potentielle Knieprobleme hin.

Doch die neue Gesundheit kommt nicht ohne Preis. Die Medizin der Zukunft beziehungsweise eine bessere personalisierte Medizin wird nur mit besseren und mehr persönlichen Daten gelingen. Doch sind wir überhaupt bereit dazu, diese Daten zu teilen? Dies ist eine elementare Frage und wird für die Chancen und die Zukunft des Medizinstandort Deutschland entscheidend sein. Die informationelle Selbstbestimmung des Patienten ist ein hohes Gut und muss trotz aller Veränderungen gewährleistet bleiben. Hier hilft nur vollständige Transparenz beim Zugriff auf die Daten des Patienten. Dies reduziert nicht nur die Risiken, sondern versetzt den Patienten auch in die Lage, beispielsweise online nachzuschauen, was seine Krankenkasse eigentlich abrechnet.

Video: Bedeutung von KPIs bei einer Umsetzung der KI-Strategie – Rede, 15.02.2019

Die Bundesregierung hat endlich ihre KI-„Strategie“ veröffentlicht. In dieser wird jedoch nicht ersichtlich, welche Ziele die Regierung verfolgt und wie sie diese messen möchte. Auf eine Kleine Anfrage erklärte die Bundesregierung, dass sogenannte Key Performance Indikatoren (KPIs) für eine Messung der Erreichung von Zielen in einer ganzheitlichen Strategie nicht angebracht seien. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wann diese Strategie erfolgreich ist, ohne jegliche Erhebung von Kennzahlen. Des Weiteren sind die Zuständigkeiten immer noch nicht klar definiert. Es lässt sich festhalten, dass andere Staaten schon seit längerer Zeit mit einer klaren Vision, festen Zielen, geordneten Zuständigkeiten und gebündelter Kompetenz an dieses wichtige Thema herangehen, während Deutschland im Debattierbus sitzt. In diesem sitzen drei federführende Ministerien, 16 Bundesländer, eine Staatsministerin für Digitales und einen Kanzleramtsminister, welcher sich ebenfalls gerne mit diesem Thema auseinander setzt. Dadurch schwindet die Hoffnung von vielen Gründern und Experten. Deutschland hat den ersten Teil der digitalen Transformation verschlafen. Daher geht es jetzt um Geschwindigkeit. Deutschland braucht eindeutige, messbare Zielkriterien. Zudem wäre die Gründung eines Digitalmisteriums ebenfalls eine große Unterstützung. Ein Digitalministerium könnte ein Program-Management in verschiedenen Bereichen durchführen.

Video: Quantentechnologien – Rede, 01.02.2019

Die Ausblicke der Quantentechnologie laden zur Freude ein. Neben einer Vielzahl von neuen Anwendungen liegt die Zukunft der Quantentechnologie unter anderem in gigantischen Rechenleistungen und in abhörsicherer Kommunikation. Somit dient diese Technologie als Basis für die Entwicklung von Quantensensoren, – kryptographie, – kommunikationssystemen und Quantencomputern. Beispielsweise könnten Quantencomputer wesentlich schnellere und effizientere Rechenleistungen für Probleme liefern als die derzeitige Technologie bietet. Die Quantentechnologie bietet somit ein unglaubliches Potential für alle gesellschaftlichen Bereiche. Die Forschungsförderung der Bundesregierung ist in diesem Zusammenhang problematisch. Auf der einen Seite wird die Quantentechnologie ordentlich gefördert, wodurch Bereiche, wie beispielsweise die Quantensensorik, erfolgreich sind. Auf der anderen Seite erkennt die Regierung nicht, dass die klassischen Förderungssysteme, beispielsweise im Bereich der Quantencomputer, nicht funktionieren können. Ein Grund liegt darin, dass noch nicht eindeutig erkennbar ist, ob sich supraleitende oder gefangene Ionen durchsetzen werden. Es ist nicht möglich Prototypen zu bauen und dadurch Umsätze zu generieren und vorzuzeigen, um dadurch an die gängigen Förderprogramme zu gelangen. Des Weiteren wäre eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Forschern und Start-Ups wünschenswert. Deutschland verfügt über genügend Experten, um einen weltweiten Standard in Quantentechnologien zu setzen. Als Lösungsansatz könnte die Bundesregierung Wettbewerbe mit Preisgeldern ausschreiben, um Anreize zu schaffen und den schlauen Köpfen die verdiente Anerkennung zu zeigen.

Video: Künstliche Intelligenz- Rede, 30.11.2018

Künstliche Intelligenz ist ein zentrales Thema in der heutigen Zeit. Umso wichtiger ist es, dass die KI-Strategie für Deutschland handfeste Ziele beinhaltet. Diese müssen durch Messkriterien ständig überprüfbar sein. Demgegenüber wirkt die KI-Strategie der Bundesregierung, wie ein Best-of-Thesenpapier der verschiedenen Ministerien. Auf der einen Seite möchte die Regierung eine Aufbruchsstimmung vermitteln und sieht sich in Zukunft als Marktführer in diesem Gebiet. Auf der anderen Seite wird Angst geschürt und darüber gesprochen, dass Deutschland eine Beschwerdestelle für algorithmische Fehlentscheidungen und ein KI-Observatorium benötigen. Andere Länder, wie beispielsweise Finnland, haben eine ausgewogene KI-Strategie vorgelegt. Die Kollegen aus Finnland haben mit Hilfe einer SWOT-Analyse untersucht, wo sie als Land stehen. Dabei entschieden sie sich in die Nische zu gehen und die Ausgaben zu bündeln, da das Land relativ klein ist. Die Bundesregierung sieht im Ausbau der Infrastruktur ein zentrales Vorhaben. Dennoch wird aus der vorgelegten KI-Strategie nicht ersichtlich, was die Regierung tatsächlich ausbauen möchte. Somit bleiben Fragen offen, wie beispielsweise der zentralen oder dezentralen Datenhaltung. Aber auch das Europakapitel ist in der KI-Strategie der Bundesregierung kurz gehalten. Deutschland ist ein Teil von Europa, wodurch wir ein Teil einer großen Gemeinschaft sind. Es ist ein glücklicher Umstand, dass die EU in Aussicht gestellt hat, 20 Milliarden Euro zu investieren. Somit bleibt Deutschland nicht allein mit der KI-Strategie der Bundesregierung. Damit die Kompetenzen endlich klar definiert werden, benötigt Deutschland ein Digitalministerium.

Video: Gentherapie – Rede, 29.11.2018

Spätestens nach der Behauptung des chinesischen Forschers He Jiankui, welcher behauptet hat, zwei genetisch veränderte Babys hervorgebracht zu haben, wurde die Weltöffentlichkeit mit dem technisch Machbaren in diesem hochsensiblen Thema konfrontiert. Moderne Technologien in der Gentherapie können Chancen in der Behandlung von Erbkrankheiten und sonstigen Erkrankungen bieten. Selbstverständlich muss an dieser Stelle gesagt sein, dass der chinesische Forscher Grenzen überschritten hat. International gilt der Eingriff in die Keimbahn von Embryonen und somit das Vererben der gentechnischen Veränderungen Tabubruch. Trotzdem hält die Genschere CRISPR/Cas in vielen Ländern bereits Einzug in den Alltag. Im Internet kann man sich für 200 US-Dollar sogenannte Genetic Engineering Kits bestellen und bereits eine Hefe genetisch manipulieren. In Deutschland ist dies hingegen verboten. Jedoch ist der ungehinderte Zugang zu Information als auch die breite Bewusstseinsbildung äußerst wichtig. In den Vereinigten Staaten, in China und in Großbritannien finden bereits aktuell gentherapeutische Studien statt. Ähnlich wie in der Digitalindustrie, hinkt Deutschland auch in der Genindustrie China und den Vereinigten Staaten nach. In diesem Zusammenhang muss sich die Regierung fragen, ob der aktuelle Rechtsrahmen für gentechnische Verfahren noch umfassend, konsistent und zeitgemäß ist. Deutsche Forscher forderten bereits mehrfach, das Embryonenschutzgesetz aus den 1990ern zu novellieren, um einerseits zu enge Grenzen der Forschung verantwortungsbewusst zu lockern, andererseits aber auch Lücken in Bezug auf Keimbahntherapien zu schließen und bestehende Inkonsistenzen mit Blick auf das Stammzellgesetz zu vermeiden.

Reisebericht: AmCham Delegationsreise

Mario Brandenburg im Silicon Valley

Südpfalz – Wie die US-amerikanischen Politiker und Unternehmen die digitale Transformation gestalten, hat sich der technologiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Mario Brandenburg, in Washington D.C. und San Francisco/Silicon Valley näher angeschaut.

Eine Woche lang war der südpfälzische Bundestagsabgeordnete bei US-amerikanischen Think-Tanks, IT-Unternehmen und Entscheidungsträgern zu Besuch. Auf dem Programm standen Gespräche mit Vertretern von Amazon, Microsoft, Facebook, Uber, SAP sowie Treffen mit hochrangigen Angehörigen der deutschen Botschaft und dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland.

Brandenburg besuchte auch den Atlantic Council, einen Think-Tank zur Bewältigung internationaler Herausforderungen. „Unter dem Blickwinkel der anstehenden Kommunal- und Europawahlen war der Einblick in die Arbeit des Atlantic Councils besonders wertvoll. Der Atlantic Council setzt sich unter anderem für die Aufklärung von Fake News im Internet ein. In Rheinland-Pfalz sollten wir bei den Kommunalwahlen daher verstärkt auf Fake News aufmerksam machen. Ich glaube jedoch an die Fähigkeit der Bürgerinnen und Bürger, diese einzuordnen und mit ihnen umzugehen“.

Brandenburg ist überzeugt, dass es bei Themen wie dem Datenschutz, der Cybersicherheit und der Plattformökonomie viel Raum für Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch gibt. „Sehr interessant war, dass in den Vereinigten Staaten die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) als fortschrittlich und vorbildlich bewertet wird, während diese in Deutschland als großes Schreckensgespenst gesehen wird. Inspiriert von der DSGVO wurde in Kalifornien gerade erst der California Consumer Privacy Act unterzeichnet. Die DSGVO findet ein Großteil der US-amerikanischen Entscheider in ihrer europäischen Originalform gut. Leider haben wir Deutschen verschlimmbessert und die Bürgerinnen und Bürger schlecht vorbereitet“.

So interessant die Reise in die Vereinigten Staaten von Amerika auch war, freute sich Brandenburg nach ein paar lehrreichen Tagen wieder zurück in der Pfalz zu sein. „Wenn es uns gelingt, den amerikanischen Optimismus und die „just do it“ Mentalität mit unserer deutschen Liebe zum Detail und Qualitätsanspruch zu kombinieren, dann habe wir gute Karten“, findet Mario Brandenburg.

Joint Declaration zur japanisch-französisch-deutschen KI-Zusammenarbeit

Joint statement of Japanese-French-German col-laboration in Artificial Intelligence

On the occasion of the first Japanese French and German Symposium on Artificial Intelligence, organised by the DWIH Tokyo and the Embassy of France in Japan, the participants from the fields of research, funding organisations, policy and industry express their willingness to intensify their future collaboration in AI research and innovation. The cooperation will be carried out in the spirit of shared ethical values for the common good of our societies. At the centre of this collaboration we put a human-centred approach which will set common standards and a joint understanding of the potential of Artificial Intelligence.

We strongly support the creation and reinforcement of networks of individuals as well as networks of institutions. Based on the respective national strategies of Artificial Intelligence we see the need and the scope for intensified exchange of researchers, ideas and perspectives to face challenges in areas such as human resource development, health care, mobility, environment, connected industries, or disaster risk reduction. The ultimate aim of Artificial Intelligence is to serve people and contribute to the improvement of the quality of life for the individual as well as for society as a whole.

Fünf Thesen für eine erfolgreiche KI-Strategie

1. KI muss der „Thermomix“ der Algorithmen werden

Deutsche Produkte genießen seit Jahrzehnten hohes Ansehen in der ganzen Welt. Trotz der guten Grundlagenforschung im Bereich KI fehlt uns der Transfer der Forschung in die Anwendung. Andere Nationen wie die USA und China liegen dort eindeutig weiter vorne. Ziel einer erfolgreichen Strategie muss es demnach sein, KI in Anwendungen zu bringen. „KI –  Made in Germany“ muss der neue „Thermomix“ werden: International begehrt, zuverlässig, qualitativ hochwertig – und deutsch. Dafür spielen etliche Faktoren eine Rolle.

Wir benötigen eine sogenannte Agentur für radikale Innovationen. Sie soll in gesellschaftlich relevanten Bereichen ambitionierte und für private Investoren zu risikobehaftete Herausforderungen identifizieren und Innovatoren starke Anreize dafür bieten, mittels Prototypen potenzielle Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln.

Wir wollen eine technologieoffene, rechtssichere und bürokratiearme steuerliche Forschungsförderung für alle Unternehmen mit dem Fokus auf KMU einführen. Dadurch sollen die Unternehmen in Deutschland einen bestimmten Prozentsatz ihrer Personalaufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) als Steuergutschrift (Forschungsprämie) erhalten. Es sollen sowohl interne (Eigenleistung) wie externe Forschungsausgaben (Auftragsforschung) über das Steuersystem gefördert werden.

Nur wenn alle Zutaten harmonieren, gelingt ein schmackhaftes Gericht im „Thermomix“.

2. KI benötigt Zielkriterien, die messbar sind

Damit wir überhaupt erst bewerten können, ob eine Strategie zu erfolgreichen KI-Produkten geführt hat, benötigen wir Messkriterien, die die Ziele nicht nur für alle sichtbar, sondern auch messbar machen müssen. Jedes Unternehmen arbeitet mit KPIs (Key Performance Indicator), anhand derer der Fortschritt oder der Erfüllungsgrad hinsichtlich wichtiger Zielsetzungen oder kritischer Erfolgsfaktoren innerhalb einer Organisation – hier einer umzusetzenden Strategie – gemessen oder ermittelt werden kann. Anfangen könnten wir mit einem einfachen Input/Output-Kriterium. Zum Beispiel: Wie viel (öffentliches) Geld hat wie viele Patente oder Gründungen hervorgebracht? Jede Strategie muss also anhand eindeutiger Kriterien evaluierbar sein. Die teils signifikante Eingangsinvestition muss sich messen lassen.

3. „Google“ für Industriedaten?

KI benötigt die qualitativ besten Daten. Dies gilt auch für Maschinen-, Produktions-, Prozess- und Sensordaten. Als eine der führenden Industrienationen hat Deutschland hier ein weltweites Alleinstellungsmerkmal. Ziel muss es sein, einen Pool beziehungsweise eigene Infrastrukturen für die gemeinsame Nutzung von Industriedaten sowie den aus Daten mittels Machine Learning gelernten Modellen zu entwickeln. Basierend auf dem zentralen Element digitaler Souveränität, ist die Hoheit über die eigenen Daten von immenser Bedeutung. Die Dateninfrastruktur soll deshalb in einem offenen Datenraum die sektorenübergreifende Vernetzung aller Akteure hin zu einer Datenökonomie beschleunigen. Der Staat könnte zum Beispiel ähnlich wie die Bundesnetzagentur als Schiedsrichter und Mittelsmann Vertrauen schaffen.

4. KI Entscheidungen müssen transparent sein

KI-Anwendungen verändern unsere Lebenswelt auf verschiedenste Art und Weise. Egal ob es die Websuche mit Google, ein virtueller Sprachassistent wie Alexa, Siri und Co., ein Chatbot auf der Webseite eines Dienstleistungsunternehmens oder die Auswertung einer MRT-Untersuchung ist: Verschiedene Formen „Künstlicher Intelligenz“ befinden sich längst in unserem Alltag. Um die Akzeptanz der Zukunftstechnologie KI innerhalb der deutschen Bevölkerung zu erreichen, sollten wir Wege finden, die die Entscheidung und Wirkung einer KI so nachvollziehbar und transparent wie möglich machen. Je stärker der mögliche Effekt eines algorithmischen Entscheidungssystems (ADM) auf die jeweilige Lebenswelt jedes Einzelnen ist, desto genauer und transparenter muss demnach das System sein.

5. Besser KI-Spartag als Weltspartag

Innovationen in die Zukunft kosten Geld. Wir fordern nicht den direkten Investitionsvergleich mit den USA und China in KI. Den können wir nicht gewinnen. Aber wir müssen anders investieren, als bisher von der Bundesregierung getan. Sie rühmt sich mit Projekten wie der „Plattform Lernende Systeme“, den „Big-Data-Zentren“, den „Kompetenzzentren Maschinelles Lernen“ sowie den zahlreichen Einzelprojekten der großen Forschungseinrichtungen Deutschlands. Eine Gesamtsumme öffentlicher Forschungsgelder für den Bereich KI ist deshalb nicht anzugeben. Geschätzt sind es rund 27 Millionen Euro jährlich. Wenn wir Expertinnen und Experten in Data Science in Deutschland halten wollen, und den „Thermomix“ möchten, dann benötigen wir eine sinnvolle Strategie. Sie muss attraktiv genug sein, um privaten Investoren – auch meiner Großmutter – den Zugang zur KI-Start-Up-Szene zu erleichtern. Europäische Werte wie Freiheit, das Recht auf Privatsphäre und die europäische Vielfalt gehören zu jenen Stärken, die Forscherinnen und Forschern sowie Gründerinnen und Gründern deutliche Anreize bieten, in Deutschland zu bleiben. Investitionen sowie Gehälter sind definitiv weitere wichtige Stellschrauben. Zukunftsinvestitionen müssen attraktiver sein, als das eigene Geld auf dem Sparbuch verfallen zu lassen.