Fünf Thesen für eine erfolgreiche KI-Strategie

1. KI muss der „Thermomix“ der Algorithmen werden

Deutsche Produkte genießen seit Jahrzehnten hohes Ansehen in der ganzen Welt. Trotz der guten Grundlagenforschung im Bereich KI fehlt uns der Transfer der Forschung in die Anwendung. Andere Nationen wie die USA und China liegen dort eindeutig weiter vorne. Ziel einer erfolgreichen Strategie muss es demnach sein, KI in Anwendungen zu bringen. „KI –  Made in Germany“ muss der neue „Thermomix“ werden: International begehrt, zuverlässig, qualitativ hochwertig – und deutsch. Dafür spielen etliche Faktoren eine Rolle.

Wir benötigen eine sogenannte Agentur für radikale Innovationen. Sie soll in gesellschaftlich relevanten Bereichen ambitionierte und für private Investoren zu risikobehaftete Herausforderungen identifizieren und Innovatoren starke Anreize dafür bieten, mittels Prototypen potenzielle Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln.

Wir wollen eine technologieoffene, rechtssichere und bürokratiearme steuerliche Forschungsförderung für alle Unternehmen mit dem Fokus auf KMU einführen. Dadurch sollen die Unternehmen in Deutschland einen bestimmten Prozentsatz ihrer Personalaufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) als Steuergutschrift (Forschungsprämie) erhalten. Es sollen sowohl interne (Eigenleistung) wie externe Forschungsausgaben (Auftragsforschung) über das Steuersystem gefördert werden.

Nur wenn alle Zutaten harmonieren, gelingt ein schmackhaftes Gericht im „Thermomix“.

2. KI benötigt Zielkriterien, die messbar sind

Damit wir überhaupt erst bewerten können, ob eine Strategie zu erfolgreichen KI-Produkten geführt hat, benötigen wir Messkriterien, die die Ziele nicht nur für alle sichtbar, sondern auch messbar machen müssen. Jedes Unternehmen arbeitet mit KPIs (Key Performance Indicator), anhand derer der Fortschritt oder der Erfüllungsgrad hinsichtlich wichtiger Zielsetzungen oder kritischer Erfolgsfaktoren innerhalb einer Organisation – hier einer umzusetzenden Strategie – gemessen oder ermittelt werden kann. Anfangen könnten wir mit einem einfachen Input/Output-Kriterium. Zum Beispiel: Wie viel (öffentliches) Geld hat wie viele Patente oder Gründungen hervorgebracht? Jede Strategie muss also anhand eindeutiger Kriterien evaluierbar sein. Die teils signifikante Eingangsinvestition muss sich messen lassen.

3. „Google“ für Industriedaten?

KI benötigt die qualitativ besten Daten. Dies gilt auch für Maschinen-, Produktions-, Prozess- und Sensordaten. Als eine der führenden Industrienationen hat Deutschland hier ein weltweites Alleinstellungsmerkmal. Ziel muss es sein, einen Pool beziehungsweise eigene Infrastrukturen für die gemeinsame Nutzung von Industriedaten sowie den aus Daten mittels Machine Learning gelernten Modellen zu entwickeln. Basierend auf dem zentralen Element digitaler Souveränität, ist die Hoheit über die eigenen Daten von immenser Bedeutung. Die Dateninfrastruktur soll deshalb in einem offenen Datenraum die sektorenübergreifende Vernetzung aller Akteure hin zu einer Datenökonomie beschleunigen. Der Staat könnte zum Beispiel ähnlich wie die Bundesnetzagentur als Schiedsrichter und Mittelsmann Vertrauen schaffen.

4. KI Entscheidungen müssen transparent sein

KI-Anwendungen verändern unsere Lebenswelt auf verschiedenste Art und Weise. Egal ob es die Websuche mit Google, ein virtueller Sprachassistent wie Alexa, Siri und Co., ein Chatbot auf der Webseite eines Dienstleistungsunternehmens oder die Auswertung einer MRT-Untersuchung ist: Verschiedene Formen „Künstlicher Intelligenz“ befinden sich längst in unserem Alltag. Um die Akzeptanz der Zukunftstechnologie KI innerhalb der deutschen Bevölkerung zu erreichen, sollten wir Wege finden, die die Entscheidung und Wirkung einer KI so nachvollziehbar und transparent wie möglich machen. Je stärker der mögliche Effekt eines algorithmischen Entscheidungssystems (ADM) auf die jeweilige Lebenswelt jedes Einzelnen ist, desto genauer und transparenter muss demnach das System sein.

5. Besser KI-Spartag als Weltspartag

Innovationen in die Zukunft kosten Geld. Wir fordern nicht den direkten Investitionsvergleich mit den USA und China in KI. Den können wir nicht gewinnen. Aber wir müssen anders investieren, als bisher von der Bundesregierung getan. Sie rühmt sich mit Projekten wie der „Plattform Lernende Systeme“, den „Big-Data-Zentren“, den „Kompetenzzentren Maschinelles Lernen“ sowie den zahlreichen Einzelprojekten der großen Forschungseinrichtungen Deutschlands. Eine Gesamtsumme öffentlicher Forschungsgelder für den Bereich KI ist deshalb nicht anzugeben. Geschätzt sind es rund 27 Millionen Euro jährlich. Wenn wir Expertinnen und Experten in Data Science in Deutschland halten wollen, und den „Thermomix“ möchten, dann benötigen wir eine sinnvolle Strategie. Sie muss attraktiv genug sein, um privaten Investoren – auch meiner Großmutter – den Zugang zur KI-Start-Up-Szene zu erleichtern. Europäische Werte wie Freiheit, das Recht auf Privatsphäre und die europäische Vielfalt gehören zu jenen Stärken, die Forscherinnen und Forschern sowie Gründerinnen und Gründern deutliche Anreize bieten, in Deutschland zu bleiben. Investitionen sowie Gehälter sind definitiv weitere wichtige Stellschrauben. Zukunftsinvestitionen müssen attraktiver sein, als das eigene Geld auf dem Sparbuch verfallen zu lassen.

Statement: Deutschland darf bei digitaler Transformation nicht weiter hinterherhinken

„Bei der Künstlichen Intelligenz wird einmal mehr das Chaos in der Bundesregierung deutlich: Klingbeil kündigt vollmundig an, Milliarden in Künstliche Intelligenz investieren zu wollen und skizziert dazu einen Fünf-Punkte-Plan. Bundesfinanzminister Scholz macht ihm jedoch direkt einen Strich durch die Rechnung, weil er die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung stellen wird. Dass man sich untereinander strategisch nicht abstimmt, lässt alle Hoffnung auf einen großen Wurf bei der KI-Strategie der Bundesregierung schwinden. Dabei darf Deutschland bei der digitalen Transformation nicht weiter hinterherhinken. Die FDP-Fraktion fordert ein umfassendes Konzept, dass etwa auch Bildung und Forschungsförderung berücksichtigt. Dabei sind mehr Investitionen in Künstliche Intelligenz dringend notwendig, denn sie ist eine der wichtigen Voraussetzungen für den Erhalt unseres Wohlstands, für Wachstum und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.“

Bayern-Wahl 2018

Als Optimist glaube ich daran, dass die Freien Demokraten seit fünf Jahren wieder im bayerischen Landtag vertreten sind! Es ist ein richtiges und wichtiges Zeichen. Die Wählerinnen und Wähler waren es leid, die Ego-Spielereien der CSU zu unterstützen und wählten inhaltliche Politik. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir uns in Deutschland um die tatsächlichen Probleme und Herausforderungen kümmern! Das Geklüngel um Ministerpräsident Söder, Innenminister Seehofer und der Bundeskanzlerin ist weder für Bayern, noch für Deutschland, weiter tragbar und es ist höchste Zeit für einen Richtungswechsel. Die Freien Demokraten sind bereit, diesen mitzuprägen!

In der Presse

Cornelsen EdTech Days Berlin

Ich habe mich sehr gefreut, in der Jury bei EdTech Innovation Days in Berlin dabei gewesen zu sein. Die EdTech Innovation Days bieten Raum für prototypische Ansätze und Inspirationen. So entwickelten 2 Tage lang verschiedene Teams aus Designern, Softwareentwicklern, Pädagogen und Experten nach der Design-Thinking Methode Prototypen zum Thema „Grundschule und Künstliche Intelligenz“. Spannende Ideen und Prototypen wurden entwickelt und ich freue mich, dass die Ideen  ganz bald mit Cornelsen in die Tat umgesetzt werden!

jury
Cornelsen EdTech Innovation Days

Konstituierung Enquete-Kommission KI

Ich freue mich sehr, dass die Enquete Kommission Künstliche Intelligenz heute zum ersten Mal tagt. Denn KI bietet Chancen für unser Land. Deutschland hat diverse Potenziale und Know-How in Industrie, im Mittelstand, der Grundlagenforschung, die wir mit einem intelligenten Einsatz von KI international ausspielen können.
Es gibt jedoch auch einige Herausforderungen, die es zu bewältigen gibt. So sollte die digitale Kleinstaaterei, Bürokratie und Technikskepsis minimiert werden.

Es wird die Aufgabe der Enquete Kommission Künstliche Intelligenz sein, eine KI-Strategie für ganz Deutschland auszuarbeiten. Denn nur im Parlament wird die Gesellschaft komplett abgebildet- dort sitzen die Meinungsvertreter aller Parteien.

Die KI-Strategie der Bundesregierung wird von einer beschädigten Großen Koalition, die hinter verschlossenen Türen tagt und die Sachverständigen teilweise geheim hält, nichts tragendes zu Stande bringen können. Wir Freien Demokraten haben unsere Mitglieder der Kommission und unsere Sachverständigen nach ihrer Expertise und nicht nach Landesverbänden oder sonstigen politischen Kriterien gewählt.

Pressemeldung Pfalz-Express

Quantentechnologien

Die Bundesregierung stellt bis 2021 650 Millionen Euro für FuE in den Quantentechnologien zur Verfügung. Die Freien Demokraten begrüßen das ausdrücklich. Wir sollten uns in dieser wichtigen Zukunftstechnologie nicht erneut von anderen Nationen abhängen lassen. Dabei sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass zukünftige Quantencomputer die Sicherheit von derzeitigen Verschlüsselungsverfahren gefährden, da sie Inhalte entschlüsseln können. Das heißt, dass die Nachricht, die jetzt geheim und sicher verschlüsselt ist, in Zukunft potenziell nicht mehr sicher ist. Deshalb sollte die Bundesregierung auch die dazugehörenden Verschlüsselungstechnologien im Blick behalten. Damit könnten wir den Markt von der Spitzenposition aus bestimmen!

FDP-Fraktion benennt Sachverständige für Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz

Am 11. September 2018 ernannte die FDP-Fraktion Andrea Martin (IBM) und Dr. Aljoscha Burchardt (DFKI GmbH) als Sachverständige für die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“. Andrea Martin ist Chief Technology Officer (CTO) bei IBM Deutschland, Österreich und Schweiz. Dr. Aljoscha Burchardt ist Lab Manger am Language Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH).

Dazu erklärt Mario Brandenburg, technologiepolitischer Sprecher der FDP- Fraktion und Mitglied der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz:

„Ich bin sehr froh, dass wir Frau Martin und Dr. Burchardt als Sachverständige der Enquete Kommission gewinnen konnten. Gerade bei einem Zukunftsthema wie der künstlichen Intelligenz ist es wichtig, einen guten Mix aus Wissenschaft und Wirtschaft als Sachverständige an der Seite zu wissen. Nur wenn alle Bereiche der Gesellschaft gemeinsam an einem Strang ziehen, wird es uns als Nation gelingen, die enormen Chancen und Potentiale dieses Forschungsfeldes zu heben“.

Daniela Kluckert, stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur und Mitglied der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz, fügt hinzu:

„Frau Martin und Herr Dr. Burchardt sind für uns als FDP, aber auch für die Nation insgesamt ein absoluter Glücksgriff. Beide verkörpern fachliche Exzellenz, gepaart mit einem tiefgehenden Verständnis für das Thema Künstliche Intelligenz aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Diese Mischung wird es uns ermöglichen, vorhandene Vorurteile abzubauen und die Chancen dieses enorm zukunftsträchtigen Feldes bestmöglich zu nutzen, indem wir unseren Alltag erleichtern und neue Geschäftsfelder erschließen.“

Sachverständige

Andrea Martin ist Chief Technology Officer (CTO) für IBM in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Davor war sie Präsidentin der IBM Academy of Technology <http://www.ibm.com/ibm/academy/index.html> . Sie ist dafür verantwortlich, die technische Strategie der IBM im deutschsprachigen Raum zu gestalten und die technische Thought Leadership der IBM gemeinsam mit der Community extern zu repräsentieren. In ihrer Rolle nutzt Andrea Martin ihre Erfahrung aus über 20 Jahren internationalem Servicegeschäft in den Bereichen Innovation, IT Transformation, Digitalisierung, IT Strategie und Service Management. Über ihr globales Netzwerk und ihre Rolle in der IBM Academy of Technology ist sie im Austausch mit den weltweiten Experten unter anderem zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Ihre Credo: Wenn wir die ethischen Fragen rund um KI nicht beantworten, wird es kein Vertrauen geben. Andrea Martin studierte Wirtschaftsmathematik in Karlsruhe und begann ihre Karriere 1992 bei IBM.

Dr. Aljoscha Burchardt ist Lab Manger am Language Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH). Er ist Experte für Künstliche Intelligenz und Sprachtechnologie. Burchardt hat mehrere große Projekte im Bereich der Maschinellen Übersetzung geleitet. Nach seiner Promotion in Computerlinguistik an der Universität des Saarlandes koordinierte er das Center of Research Excellence „E-Learning 2.0“ an der Technischen Universität Darmstadt. Burchardt ist Stellvertretender Vorsitzender der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft.

Erste BPA-Fahrt des Abgeordneten Mario Brandenburg

Politische Informationsfahrt des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung

Vom 08.08. bis zum 11.08.2018 fand die erste politische Bildungsfahrt unseres Bundestagsabgeordneten Mario Brandenburg statt. Die Fahrten werden vom Bundespresseamt organisiert und ermöglichen es den Bundestagsabgeordneten, dreimal im Jahr politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger nach Berlin einzuladen, um ihnen nähere Einblicke in den politischen Alltag sowie in die politische Geschichte zu ermöglichen. Ebenso findet während der Reisen ein persönliches meet and greet mit dem Bundestagsabgeordneten statt. Die vier Tage sind gefüllt mit einem spannenden, vielseitigen und abwechslungsreichen Programm.
Die politische Erkundungstour der Delegation aus der Südpfalz startete nach Ankunft am Nachmittag in Berlin mit der Besichtigung des Brandenburger Tores sowie der Ausstellung „Erlebnis Europa“ im Europäischen Haus. Ein individuelles Zeitfenster gab allen die Möglichkeit zur eigenen Erkundung des Viertels rund um das Brandenburger Tor.
Der zweite Tag war mit vielen Highlights gespickt und startete gleich morgens mit einer Führung im Bundeskanzleramt. Der Blick „von innen“ bietet eine völlig neue Perspektive auf die Aufgaben und Zwecke dieses Gebäudes und der daran gekoppelten Funktionen.  Danach ging es weiter zum Informationsgespräch ins Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Möglichkeit zur Besichtigung der aktuellen Erlebnisausstellung. Frisch gestärkt stand nach dem Mittagessen der erste Teil der Stadtrundfahrt durch die Bundeshauptstadt auf dem Programm. Der Schwerpunkt lag auf politischen Gesichtspunkten des östlichen Teils der Stadt, natürlich kamen auch kulturelle Sehenswürdigkeiten nicht zu kurz. Am Nachmittag gab es ein Informationsgespräch und eine Führung in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Die Besichtigung durch die ehemalige zentrale Untersuchungshaftanstalt der Stasi wurde von zwei Zeitzeugen durchgeführt, die selbst in dieser Haftanstalt untergebracht waren. Die politische Justiz der ehemaligen DDR und die Erfahrungen ihrer Opfer wurden dadurch sehr greifbar!
Am dritten Tag gab es ein weiteres Highlight – die Besichtigung des Plenarsaals im Reichstagsgebäude. Aufgrund der parlamentarischen Sommerpause fanden zwar in der Besuchszeit keine Plenardebatten statt, aber ein sehr informativer und ausführlicher Vortrag über die Aufgaben und Arbeiten des Parlamentes hat die Reisegruppe mit vielen Informationen und Anekdoten gut versorgt. Nach interessanten Erläuterungen zur Geschichte und Architektur des Reichstagsgebäudes hatte die Gruppe die Möglichkeit, die Kuppel des Reichstagsgebäudes zu besichtigen und den weiten Blick über die Hauptstadt zu genießen. Nach dem Mittagessen war die Stadtrundfahrt durch den westlichen Teil Berlins an der Reihe. Nächster Programmpunkt war eine Führung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, manchen vielleicht besser bekannt unter „Bendlerblock“. Diese Führung macht Geschichte lebendig!
Der vierte Tag wurde auf Wunsch des Wahlkreisbüros – respektive unseres Abgeordneten Mario Brandenburg – geplant. Es ging ins Computerspielemuseum! Die Geschichte der Anfänge des Computerzeitalters zeigt interessanterweise einige Parallelen auf, wie sie uns heute mit den Themen der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz wieder begegnen. Zum Abschluss wurden beim Spielen der „alten Spiele“ noch einige Kindheitserinnerungen wach, bevor die Reisegruppe wieder den Heimweg in die Pfalz antrat.

Sind haben Interesse an einer Bildungsreise nach Berlin? Informationen zu den Anmeldemöglichkeiten finden Sie im beigefügten Link!

Weitere Informationen und Anmeldemodalitäten

Auf dem Pfad der Talente der Zukunft

Mario Brandenburg nutzt die Berliner Sommerpause, um sich als Technologiepolitischer Sprecher der Fraktion (FDP) ein Bild über den aktuellen Stand des Fortschritts in der Region zu verschaffen. Er ist unterwegs zwischen Forschungseinrichtungen, Bildungsstätten, Großkonzernen, Mittelständlern und Handwerk. Ein erstes Fazit fällt nach dem Besuch der Berufsbildenden Schule Bad Bergzabern (Fachinformatiker Anwendungsentwicklung/Systemintegration), der TU Kaiserslautern mit dem dazugehörigen Forschungscampus (u. a. sind dort Fraunhofer Institute, das DFKI und weitere Firmen ansässig) und einigen AIF-Betrieben (z. B. Faurecia) positiv aus. Wir haben ein sehr gutes Fundament und gute Voraussetzungen in der Pfalz. So ist z. B. die TU Kaiserslautern die einzige technisch-ingenieurwissenschaflich ausgerichtete Universität in Rheinland-Pfalz und wir haben Glück, über einen solchen Standort zu verfügen. In Germersheim gibt es ab nächstem Jahr einen „Ableger“ der Hochschule Kaiserslautern mit einem Bachelor-Studiengang für Elektrotechnik und auch die Nähe zum KIT in Karlsruhe ist ein Vorteil, den viele der mittlerweile hier ansässigen Firmen als Standortvorteil nutzen.
Die Pfalz ist generell gut gerüstet, ihre eigenen Stärken auszuspielen – jedoch ist die Vermarktung noch schlecht. Die Schüler erwähnten, dass es zu wenige Netzwerke gibt und sie sich über eine engere Vernetzung freuen würden. Es ist wichtig, digitale Kleinstaaterei zu vermeiden, indem Netzwerke gebildet und forciert werden. Dies ist ein großes Ziel der Sommerreise von Mario Brandenburg. Auch liegen Gefahren im Investitionsstau, z. B. liegt die Ausstattung der Universitäten leider nicht im Spitzenbereich. Hier gibt es noch einige Luft nach oben. Außerdem brauchen wir dringend eine Agentur für Radikale Innovationen, wie bereits in einem Antrag der FDP Bundestagsfraktion gefordert wurde. Es ist nur zu hoffen, dass die Bundesregierung dies in ihrem Strategiepapier für Künstliche Intelligenz vorsieht. Mario Brandenburg möchte sich im Rahmen der neuen Enquete-Kommission für Künstliche Intelligenz dafür stark machen.
Was die Pfalz betrifft, müssen wir definitiv unsere Stärken besser ausspielen und uns zu Nutze machen. Technologischer Fortschritt findet nicht nur in Urbanen Superzentren, sondern auch in einer schönen Umgebung mit einem guten Glas Wein statt. Es kann nicht sein, dass wir im Zeitalter der Digitalisierung an geographischen Hürden wie z. B. Wald zwischen zwei Standorten scheitern. Andere Regionen, beispielsweise das Silicon Valley, machen uns täglich vor, wie es gehen kann. Deshalb sind Initiativen wie das Technologie-Netzwerk-Südpfalz ein guter Ansatz, die Technologie-Achse zwischen Südpfalz, Westpfalz und Baden (KIT) weiter auszubauen und zu stärken. Es ist wichtig, dass junge StartUps die guten Bedingungen in der Pfalz erkennen und sich hier ansiedeln. Wir brauchen uns auf keinen Fall vor Berlin zu verstecken – in der Pfalz lassen sich Technik und Genuss sehr gut vereinen! Wir müssen es nur besser verstehen, dies auch entsprechend zu vermarkten.

Mit dem Gentechnik-Urteil vergehen Deutschland und Europa Chancen

Das Urteil ist bedauerlich, denn das CRISPR-Verfahren unterliegt künftig der EU-Richtlinie für gentechnisch veränderte Organismen. Damit entgehen Deutschland und Europa insbesondere in der Landwirtschaft neue Chancen. Mit dem neuen Verfahren können beispielsweise Pflanzen gezüchtet werden, die widerstandsfähiger gegenüber Klimaveränderungen oder Krankheiten sind. Davon profitieren alle, auch die Verbraucher. Dabei sind mögliche Risiken nicht größer als bei herkömmlichen Züchtungsmethoden. Zukunftstechnologien wie das CRISPR-Verfahren müssen ideologiefrei bewertet werden, sonst hängen sich Deutschland und Europa vom Fortschritt ab. Wir sollten sie zuvorderst als Chancen begreifen, die wir fördern müssen.